Mülheim verlängert Bewässerung für neu gepflanzte Bäume bis zum fünften Standjahr

Die anhaltende Hitze und die derzeit geringe Niederschlagsmenge setzen dem städtischen Grün in Mülheim an der Ruhr zu. Vor allem neu gepflanzte Bäume können sich bei den aktuellen Bedingungen nur schwer etablieren, wenn sie nicht zusätzlich gewässert werden. Die Stadt reagiert darauf und übernimmt die Bewässerung neu gepflanzter Bäume länger als bisher geplant.

Warum Regen oft nicht ausreicht

Auch wenn es punktuell zu Schauern oder Gewittern kommt, reichen diese Niederschläge nach Einschätzung der Stadt in der Regel nicht aus, um Böden nachhaltig zu durchfeuchten. Bei sommerlichen Temperaturen trocknen insbesondere die oberen Bodenschichten schnell wieder aus. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre sind deshalb neu gepflanzte Bäume inzwischen häufiger auf ergänzende Wassergaben angewiesen, um sich am Standort dauerhaft zu etablieren.

Welche Maßnahmen die Stadt ergreift

Die Stadt Mülheim an der Ruhr führt die Bewässerung der neu gepflanzten Jungbäume im öffentlichen Raum bis zum fünften Standjahr fort. Bislang war die Bewässerung nur während der in Pflanzaufträgen vereinbarten ersten drei Standjahre vorgesehen. Ziel ist es, das Anwachsen der Bäume zu sichern und ihre Überlebenschancen in trockeneren Sommern zu erhöhen.

Wie Anwohnerinnen und Anwohner helfen können

Die Stadt bittet die Einwohner um Unterstützung bei der wöchentlichen Bewässerung jungen Baumbestands. Schon vergleichsweise geringe Wassermengen können demnach einen entscheidenden Beitrag leisten. Junge Bäume lassen sich in der Regel an ihrer Holzverankerung, einem schützenden Weißanstrich oder einem Kunststoff-Gießring erkennen.

Praktische Tipps zur richtigen Bewässerung

Das Amt für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen gibt konkrete Empfehlungen: Die Baumscheibe, also die offene Erdfläche rund um den Stamm, sollte einmal pro Woche mit etwa 100 Liter Wasser langsam und gleichmäßig gewässert werden. Bei anhaltender Hitze oder stark ausgetrocknetem Boden können zusätzliche Gaben erforderlich sein. Das Wasser sollte aus geringer Höhe aufgegossen werden, damit es nach und nach einsickern kann. Bei sehr trockenem Boden empfiehlt sich zunächst eine Vorwässerung mit kleineren Mengen, um oberflächliches Abfließen zu vermeiden. Die Baumscheibe darf nicht aufgegraben werden, um Feinwurzeln nicht zu beschädigen.

Unterschiede zwischen jungen und älteren Bäumen

Bei älteren Bäumen liegen die wasseraufnehmenden Feinwurzeln überwiegend im äußeren Bereich des Wurzelraums. Dort ist die Infiltrationsfähigkeit oft gering, was dazu führen kann, dass oberflächlich zugeführtes Wasser nicht in tiefere Bodenschichten gelangt. Junge Bäume hingegen besitzen in den ersten Standjahren noch kein tiefreichendes Wurzelsystem und sind deshalb auf gezielte Bewässerung im Bereich der Baumscheibe angewiesen.

Wer die Pflege einer Baumscheibe dauerhaft übernehmen möchte, kann dies mit dem zuständigen Amt vertraglich regeln. Die Stadt weist darauf hin, dass zusätzliche Bewässerung das Anwachsen der Bäume fördert und die Widerstandsfähigkeit des Stadtgrüns gegenüber den Folgen veränderter klimatischer Bedingungen stärken kann.

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