Amphibienwanderung in Hagen bis Ende April Autofahrer werden zu erhöhter Vorsicht aufgefordert

Die untere Naturschutzbehörde der Stadt Hagen weist darauf hin, dass Amphibien ab sofort bis Ende April auf Wanderschaft sind und bittet alle Autofahrerinnen und Autofahrer um erhöhte Aufmerksamkeit. Besonders in der Dämmerung und nachts könne es auf der Tiefendorfer Straße im Bereich des Golfclubs sowie entlang der Straße Lahmen Hasen zu Querungen kommen.

Wanderverhalten und Gefährdung durch Straßenverkehr

Mit den milden Temperaturen haben Molche, Kröten, Frösche, Unken und Salamander begonnen, von ihren Winterquartieren zu den Laichgewässern zu ziehen. Die Tiere sind vorwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs. Erdkröten und Grasfrösche fallen besonders auf, weil sie in großen Zahlen auftreten und teils mehrere Kilometer zurücklegen.

Wenn Straßen die Wanderwege kreuzen, kommt es häufig zu Massenverlusten. Die Amphibien bewegen sich langsam und können Autos nicht rechtzeitig ausweichen, so dass viele Tiere überfahren werden.

Warum Sammelaktionen koordiniert werden sollten

Die Behörde rät davon ab, Amphibien ohne Abstimmung in Eigenregie über die Straße zu tragen. Solche Einsätze sollten koordiniert erfolgen, damit die Anzahl der Tiere erfasst werden kann. Die Erfassung liefert Daten zu Populationsgrößen und Wanderbewegungen, die für den Schutz relevant sind.

Ein weiterer Grund sind hygienische Vorsichtsmaßnahmen. Der Hautpilz Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal, breitet sich aus und trifft insbesondere den heimischen Feuersalamander. Eine Infektion führt dort fast immer zum Tod. Auch Molche können den Pilz tragen und weiterverbreiten, auch wenn die Infektion bei ihnen selten tödlich endet. Um die Ausbreitung von Krankheitserregern zu verhindern, sollten Helferinnen und Helfer in Absprache mit Fachstellen und unter Beachtung von Hygieneregeln tätig werden.

Hinweise für die Bevölkerung und Anlaufstellen

Tote Feuersalamander sollen mit Foto, Fundort und Funddatum bei der unteren Naturschutzbehörde gemeldet werden. Wer sich im Amphibienschutz engagieren möchte, kann sich an die Hagener Ortsgruppe des Naturschutzbundes Deutschland per E Mail an info@nabu-hagen.de wenden. Hinweise auf besonders gefährdete Straßenabschnitte oder Fragen nimmt auch die Biologische Station Umweltzentrum Hagen telefonisch unter 02331/84888 entgegen.

Die Behörde bittet um Rücksichtnahme im Straßenverkehr und um sorgfältiges Vorgehen von Personen, die den Tieren helfen wollen, um sowohl die Bestände als auch die Gesundheit der Amphibien zu schützen.

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